Richard Gonlag – Titelbild

Protokoll B

richard gonlag digital
© Sarah Eyfferth

 

Es war einmal …

eine lose Gruppe von Schauspielerinnen und Schauspielern, die sich regelmäßig im Theaterhaus Mitte Berlin trafen, um gemeinsam zu arbeiten. Vorsprechrollen und Castings wurden vorbereitet, mit Impro-Szenen das Handwerk aktiv und wach gehalten.

Im Januar 2016 hatten einige das Bedürfnis, ein konkretes Projekt anzugehen. Und da jedes Kind einen Namen braucht, nannten wir es »Protokoll B«.

Richtig in Fahrt kam die Idee einer eigenen Vorstellung, als das Kulturamt Neukölln unsere Bewerbung zum Kulturfestival 48-h-Neukölln annahm und mit einem kleinen Betrag finanziell unterstützte. Acht Leute arbeiteten in den folgenden Wochen an Szenen und performativen Ideen zum Thema »Satt«.
Ergebnis war die erste Vorstellung von Protokoll B:

Festival 48 Stunden Neukölln
Festival 48-h-Neukölln

»Digital Digestion«

Installation, interaktive Performance und Spielszenen wurden zu einer mehrstündigen analogen Version des Internets kombiniert. Die Vorstellung beschäftigte sich mit der ständigen Verfügbarkeit, der wir uns durch unser digitales Konsumverhalten aussetzen und mit der damit einhergehenden Übersättigung des Geistes.

In den Räumlichkeiten der Sprecheragentur speaker-search wurden mit riesigen Folien nicht virtuelle, sondern tatsächliche Räume geschaffen, in denen alles live und parallel ablief: YouTube-Kanäle wie »Das Leben mit Krebs«, Objekt-Pornos, Selbstdarstellungen, Kochrezepte, online-Dating und Chatrooms, (pseudo)wissenschaftliche Vorträge, Tutorials … Das Publikum konnte aktiv teilnehmen, ausprobieren, mitdiskutieren, »Likes« und »Dislikes« verteilen.

Elf Gastschauspieler waren in der letzten Probenwoche hinzugestoßen. Mit großem Spaß und Einsatz stellten sie Helfies, Googlies, Datings-Appies und andere Internetwesen dar.

Am Festivalwochenende lief die Vorstellung ununterbrochen an einem Tag elf, am nächsten sechs Stunden.
Über 400 Leute sind in unserem analogen Internet gesurft – und das bei hochsommerlichen Temperaturen und Konkurrenz durch die Fußball-EM.

 

 

Konzept und Ideen, Regie und Spiel:

Protokoll B • Sarah Eyfferth, Alexander Garms, Richard Gonlag, Max Howitz, Carolin Kipka, Nina Machalz, Matías Perez Weber und Dürten Thielk

Gäste:

Daniel Ahl, Sandra Eilks, Mira Frehner, Astrid Köhler, Helen Kristin Krüger, Natalie Lund, Maud Mallet-Henry, Paula Schrötter, Nazli Taleghani, Anna Tilling, Kaya Zakrzewska

Dramaturgische Beratung:

Olaf Jelinski, Nadine Kaufmann

Flyer:

Seija Maike Lemmermann

Tonaufnahmen:

Speaker-Search, Schnitt: Richard Gonlag

 

... und wie weiter?

»Digital Digestion« war der Anfang. Wir wollen mehrere, sehr unterschiedliche Projekte entwickeln. Die Planungen laufen.
Auf dem Programm stehen für 2016/2017:

  • Schauspiel-Workshops
  • inszenierte Lesungen
  • »DiDi« für Schulen
  • Kurzfilme

Protokoll B breitet sich aus … 

Projekte

Foto-Session II

mit Jaap de Jonge in der Panzerkaserne Bernau

»wa/m/s-g«

Performance für zwei Schauspieler

Performing Arts Festival

Protokoll B • »Richtung Dschörmannie« Theaterreihe im PAF 2017

Workshops

Sprechen vor dem Mikro • Workshops und Einzelcoaching

Protokoll B

Protokoll B • Eine Theaterplattform

Met Film School

Meine Verbindung zur Met Film School Berlin

Foto-Session

mit Jaap de Jonge in der Neuen Hakeburg

Am Boden

Stück nach Maxim Gorki • Abschluss-Inszenierung an der Schauspielschule Die Etage

Enthymesis

Theatermonolog zum 100. Geburtstag von Arno Schmidt